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Ostrov
Die verlorene Insel
Kinodokumentarfilm 2021
CH
92 min.
HD
Auf der Insel Ostrov kämpfen Iwan und seine Familie ums Überleben. Vom russischen Staat allein gelassen, fängt er illegal Fisch und gibt die Hoffnung nicht auf.
AKTUELLER KONTEXT OSTROV - 05.03.2021

Der Krieg, den Russland gegen das souveräne und europäische Land Ukraine führt, hat unserem Film OSTROV eine zusätzliche und besonders düstere Bedeutung verliehen.

Für uns war die Insel Ostrov eine Metapher für das heutige Russland, das sich nach einer kurzen demokratischen Phase nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wieder ideologisch isoliert hat. Heute jedoch verwandelt sich Russland in eine Insel, die auf allen Ebenen von der Welt abgeschnitten ist: politisch, wirtschaftlich, kulturell und vor allem moralisch - ein Land, das sich in der Rolle eines Parias wiederfindet, ausgestossen von den sogenannten demokratischen oder zivilisierten Nationen. (oder ausgestossen von beinahe der gesamten Weltgemeinschaft)

In unserem Film OSTROV zeigen wir den Einfluss der aggressiven Propaganda, die die Informationskanäle in Russland beinahe vollständig beherrscht, während es praktisch keine Meinungsfreiheit gibt und unabhängige Medien verboten oder zu «ausländischen Agenten» erklärt werden. Die Einwohner von Ostrov sind daher, wie das gesamte russische Volk, täglich den Lügen einer Propaganda ausgesetzt, die die Ukraine als faschistischen Aggressor darstellt, von dem die russischsprachigen Rebellen im Donbass befreit werden müssen. So wird ein ultranationalistisches Narrativ gesponnen: um den Sieg über den Nationalsozialismus im «Grossen Vaterländischen Krieg», im zweiten Weltkrieg, die Unbesiegbarkeit Russlands, eine starke und mächtige Armee, die durch den Willen von Präsident Putin neu geschaffen wurde. Die Bevölkerung wird mit Hilfe einer Fernsehshow manipuliert, in der Wladimir Putin die Rolle des Retters des russischen Volkes gegenüber dem aggressiven Westen spielt, der seine moralischen Werte verloren hat. Wenn wir naiver Weise dachten, dass die Propaganda in erster Linie dazu dient, die Kontrolle über die einheimische Bevölkerung aufrechtzuerhalten, wie es in allen autoritären Regimen der Fall ist, verstehen wir jetzt, dass es um viel mehr ging: Die russische Bevölkerung wurde psychologisch auf einen echten Krieg vorbereitet, der zwei Flugstunden von uns entfernt stattfindet. Wir haben vielleicht nicht das ganze Ausmass davon verstanden, aber der Film nimmt die Katastrophe vorweg, die sich vor unseren Augen abspielt. In diesem Sinne ist OSTROV, die verlorene Insel wahrhaft vorausschauend.

 

Svetlana Rodina & Laurent Stoop

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Verloren im Kaspischen Meer, beherbergte die Insel Ostrov einst eine gut funktionierende Fischereikolchose. Nach dem Fall der Sowjetunion wurde die Fischfarm zerstört und die Gewinnung von schwarzem Kaviar verboten. Auf dem Festland wird Ostrov „Insel der Wilderer“ genannt. Früher lebten dreitausend Menschen auf der Insel. Heute sind es noch etwa fünfzig. Auf der Insel gibt es weder Gas noch Strom, weder legale Arbeitsplätze, noch Ärzte oder Polizisten. Für Iwan (50), den eigensinnigen Nachfahren einer Fischerdynastie, gibt es nur eine Art für seine Familie aufzukommen: den illegalen Fischfang. Obwohl Iwan wegen Wilderei verurteilt wurde, fährt er immer wieder aufs Meer hinaus. Er hat keine Wahl – entweder er fischt oder er verhungert. Manchmal schaltet Iwan den Generator ein und sieht sich Propaganda im staatlichen Fernsehen an. Iwan glaubt an Putin und die Grossmacht Russland. Sein Stolz auf sein Heimatland entschädigt ihn für das Elend des Alltags. Anna (45) hat in ihrer Jugend in der Stadt studiert und gelebt, sich aber in Iwan verliebt und das harte Leben auf der Insel gewählt. Beide wollen, dass ihre Kinder, Anton (19) und Alina (17), irgendwo anders eine bessere Zukunft haben. Doch seit einiger Zeit fährt auch Anton zusammen mit seinem gleichalterigen Cousin Roman aufs Meer hinaus.

ein stimmungsvolles Porträt einer gefährdeten russischen Gemeinschaft
Modern Times
ein visuell beeindruckender, lyrischer Film
Variety
Solche Werke ermöglichen uns Einblicke in unbekannte Welten, die uns sonst wohl für immer verschlossen wären
NZZ Am Sonntag
Crew

Buch und Regie
SVETLANA RODINA
LAURENT STOOP

Schnitt
ORSOLA VALENTI
KARINE SUDAN
SVETLANA RODINA

Director of Photography
LAURENT STOOP

2nd Unit Kamera / Drohnenpilot
MIKHAIL BUROV

Musik
MARCEL VAID

Sound Design
JEROME CUENDET

Color Grading
CHRISTOPH WALTHER

ProduzentInnen Schweiz
CORINNA DÄSTNER
SONJA KILBERTUS
URS SCHNELL

Associate Producer
DODO HUNZIKER

World Sales: Taskovski Films

 

Eine Produktion von DOKLAB GMBH in Koproduktion mit SRF Schweizer Radio und Fernsehen gefördert von Bundesamt für Kultur, Berner Filmförderung, Cinéforom, Suissimage, Zürcher Filmstiftung, Aargauer Kuratorium, Succès Passage Antenne,  Migros Kulturprozent, Fondation Suisa, Alexis Victor Thalberg Stiftung und unterstützt von Swissfilms, Focal und Pitching du Réel 2019.

 

 

Cast

IVAN

ANNA

ALINA

ANTON

GALINA

VALERA

TATIANA

ROMAN

TAMANGIZ

UNCLE TOLYA

VANYA

ANATOLY